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Brehmer, Judith

Judith Brehmer, M.A.

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Historisches Seminar der LMU München
Geschichte Ost- und Südosteuropas
ProMoHist
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München


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ZUR PERSON

  • seit 2019: Arbeit am Dissertationsprojekt (betreut von Prof. Martin Schulze Wessel)
  • seit 2018: selbständige Tätigkeit als Redakteurin, Lektorin und Übersetzerin u.a. für Verlag DeGruyter
  • 2014-2018: studentische/wissenschaftliche Hilfskraft am Collegium Carolinum, Forschungsinstitut für die Geschichte Tschechiens und der Slowakei
  • 2017: wissenschaftliche Hilfskraft an der LMU München, Digitalisierung des Projekts „München und die Russische Revolution“ für ViFaOst
  • 2015-2018: M.A. Osteuropastudien, Schwerpunkte Geschichte und Europäische Ethnologie, LMU München
  • 2011-2015: B.A. Politikwissenschaft und Rechtswissenschaften, Ludwig-Maximilians-Universität München

PROJEKT


Was kommt nach der Arbeit? Alt werden in der sozialistischen Tschechoslowakei (Arbeitstitel)

„Eine Gesellschaft, die sich als human bezeichnet, kann die Frage alter Menschen nicht einfach in den Hintergrund drängen, nur weil sie wirtschaftlich und für die demografische Entwicklung keinen Beitrag mehr leisten.“ Mit diesen Worten kritisierte ein Beitrag mit dem Titel „Wie sollten die Großmütter leben?“ (Jak by měly babičky bydlet?), der am 06. Februar 1969 in der tschechoslowakischen Zeitschrift Reportér erschien, Mängel in der staatlichen Altenfürsorge.

Das Zitat zeigt anschaulich, welche Faktoren den Blick sozialistischer Gesellschaften auf Senioren determinierten: Zum einen die Arbeit des Menschen als Teil der kollektiven Anstrengung um gesellschaftlichen Fortschritt, wirtschaftlichen Wohlstand und eine bessere Zukunft, zum anderen den umfassenden Fürsorgeanspruch des sozialistischen Staates.

Ausgehend von diesen Überlegungen fragt mein Projekt nach der gesellschaftlichen Rolle, die Rentnern in der sozialistischen Tschechoslowakei nach dem Ende ihres Arbeitslebens zukam. Leitend sind dabei Fragen nach gesellschaftlichen Werten und Erwartungen, die Vorstellungen vom „Alt sein“ prägten, nach der Rolle von Faktoren wie Klassenzugehörigkeit und Geschlecht, sowie nach gesellschaftlichen und politischen Teilhabe- und Einflussmöglichkeiten alter Menschen und Generationenverhältnissen.
Im ersten Arbeitsschritt soll der gesellschaftliche und politische Diskurs über Rentner und Senioren analysiert werden, anschließend soll anhand einer Regionalstudie untersucht werden, wie dieser Diskurs auf der Akteursebene rezipiert wurde und welche sozialen Praktiken sich daraus ergaben.

PUBLIKATIONEN

  • „Die tschechischen Frauen müssen von den deutschen Frauen nichts lernen“ Nationale Kooperation und imperiale Opposition der tschechischen Frauenbewegung in der späten Habsburgermonarchie. In: Osterkamp, Jana (Hg.): Kooperatives Imperium. Politische Zusammenarbeit in der späten Habsburgermonarchie (Bad Wiesseer Tagungen des Collegium Carolinum, Bd. 39). München 2018, S. 187-204
  • Rezension: Daniel, Ondřej: Násilím proti „Novému Biedermeieru“. Subkultury a většinová společnost pozdního státního socialismu a postsocialismu. In: Bohemia 58 (2018) H. 2, S. 197-199.
  • Rezension: Nosková, Jana: „Proc to vyprávím?“ První polovina 20. století v písemných vzpomínkách nemeckých obyvatel Brna/„Warum erzähle ich das?“ Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts in schriftlichen Erinnerungen deutscher Bewohner Brünns. In: Bohemia 57 (2017) H. 1, S. 225-226.
  • Rezensionen: Kreisslová, Sandra: Konstrukce ethnické identity a kolektivní paměti v biografických vyprávěních českých Němců. Na příkladu vzpomínek Němců v Chomutovsku. In: Bohemia 56 (2016) H. 2, S. 518-520.
  • Rezensionen: Domnitz, Christian: Hinwendung nach Europa. Öffentlichkeitswandel um Staatssozialismus 1975-1989. In: Bohemia 55 (2015) H. 2, S. 458-460.