Promotionsprogramm Promohist
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Lieb, Felix

Felix Lieb, M.A.

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Historisches Seminar der LMU München
Neuere und Neueste Geschichte
Promotionsprogramm Modern History (ProMoHist)
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München


Weitere Informationen

ZUR PERSON

  • seit Juli 2017 Wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Zeitgeschichte, München-Berlin
  • seit Mai 2017 Stipendiat in der Promotionsförderung der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn, und Mitglied des Promotionsprogramms „Erforschung der Sozialen Demokratie(n) und ihrer Bewegungen. Historischer Wandel, gegenwärtige Effekte und Perspektiven für die Zukunft“
  • 04/2014 – 08/2016: Masterstudium der Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Masterarbeit: „Karl Jaspers’ »Die Schuldfrage« (1946): Rezeption und Wirkung“
  • 02/2014 – 09/2016: Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München (ehemals Prof. Dr. Wolfram Siemann)
  • 07/2011 – 07/2016: Stipendiat in der Grundförderung der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn
  • 05/2011 – 03/2014: Bachelorstudium der Geschichte und der Politikwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Bachelorarbeit: „Wilhelm Dittmann und das Problem der Parteiloyalität – Sozialdemokratie und Burgfrieden im Ersten Weltkrieg“

PROJEKT

Sozialdemokratische Umwelt- und Energiepolitik 1975 - 1998

Beginnend mit den breiten zivilgesellschaftlichen Protesten gegen die Nutzung der Kernenergie entwickelte sich Mitte der 1970er-Jahre in der SPD eine Diskussion um die Umweltverträglichkeit wirtschaftlichen Wachstums, die Gefahren der Kernenergie und den richtigen Umgang mit dem Aufstieg von Bürgerinitiativen und Grünen, der mit der Entwicklung der Umweltpolitik als eigenständigem Politikfeld verbunden war. Diese „Ökologisierung“ der SPD bewegte sich im Spannungsfeld zwischen dem traditionellen sozialdemokratischen Grundwert der „Arbeit“ und dem neuen der „Umwelt“. Die Kernfrage sozialdemokratischer Umweltschutzkonzepte war stets, wie sich die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen mit einer arbeitnehmerfreundlichen Wirtschaftspolitik verbinden lasse. Zweck dieser Umweltschutzkonzeption war auch, sich von den Grünen abzugrenzen, die seit Ende der 1970er-Jahre für die SPD eine immer größere parlamentarische Konkurrenz darstellten. Lange Zeit war jedoch unklar, inwieweit Wähler und Mitglieder der Grünen in die Partei integriert oder gar Koalitionen mit der neuen grünen Partei eingegangen werden sollten.

Das Dissertationsprojekt soll folgende Leitfragen beantworten: Wodurch wurde eine genuin sozialdemokratische Umwelt- und Energiepolitik charakterisiert? Wie wurde versucht, „Umwelt“ in den traditionellen Grundwertekanon der Sozialdemokratie zu integrieren? In welchem Zusammenhang stand die umweltpolitische Positionierung der Partei mit dem sich wandelnden Kurs der SPD in der Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik? Und welche Rolle spielten „weiche“ Faktoren wie politischer Habitus und alternative Vorstellungen von Politik und (Basis-)Demokratie im Verhältnis zu den Grünen und ihrer Wählerklientel?

Für den neuen Kurs in der Umwelt- und Energiepolitik war das Zusammenspiel von Bundespartei und Landesverbänden von zentraler Bedeutung, da viele Impulse in inhaltlicher wie machtpolitischer Art „von unten“ in die Partei getragen wurden. Dies stellt, ebenso wie das Spannungsverhältnis zwischen den Normen „Arbeit“ und „Umwelt“, einen roten Faden für den Zugriff auf das Thema dar. In einer Erweiterung der Politikgeschichte um kultur- und sozialgeschichtliche Perspektiven wird die deutsche Sozialdemokratie zudem auf Symptome des „Wandels des Politischen“ in der Epoche „nach dem Boom“ untersucht.

FINANZIERUNG

Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn
in Assoziation an den Forschungsverbund „Geschichte der Nachhaltigkeit(en): Diskurse und Praktiken seit den 1970er Jahren“ des Instituts für Zeitgeschichte u.a., finanziert von der Leibniz-Gemeinschaft, Berlin

PUBLIKATIONEN

Rezension: Philipp Kufferath: Peter von Oertzen 1924-2008. Eine politische und intellektuelle Biografie, Göttingen: Wallstein 2017, in: sehepunkte 19 (2019), Nr. 3 [15.03.2019], http://www.sehepunkte.de/2019/03/30977.html

Rezension: Peter Brandt / Detlef Lehnert (Hgg.): Sozialdemokratische Regierungschefs in Deutschland und Österreich 1918-1983, Bonn: J.H.W. Dietz Nachf. 2017, in: sehepunkte 18 (2018), Nr. 9 [15.09.2018], http://www.sehepunkte.de/2018/09/31449.html

Rezension: Bicher, Norbert (Hg.): Mut und Melancholie. Heinrich Böll, Willy Brandt und die SPD. Eine Beziehung in Briefen, Texten, Dokumenten. Bonn 2017. In: H-Soz-Kult (Seite datiert 13.02.2018), www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-28492

Die Grenzen der Parteidisziplin: Wilhelm Dittmann und die Spaltung der SPD im Ersten Welt-krieg. In: JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung 14 (2015) III, S. 134-149.