Promotionsprogramm Promohist
print


Navigationspfad


Inhaltsbereich
Lehner, Anna

Anna Lehner

Kontakt

Postadresse
Historisches Seminar der LMU München
Neuere und Neueste Geschichte
ProMoHist
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München


Weitere Informationen

ZUR PERSON

  • seit 04/2019 Promotionsstipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung
  • seit 04/2018 Wissenschaftliche Hilfskraft im Projekt „Die Protokolle des Bayerischen Ministerrats 1919-1945“
  • 03/2016-03/2018: Studentische Hilfskraft im Archiv der TU München
  • 10/2012-12/2017: Studium der Geschichte, Germanistik, Erziehungswissenschaften, Soziologie und Politikwissenschaften an der LMU München (Abschluss: 1. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien, Abschlussarbeit: „Der Ministerpräsident im Landtag. Heinrich Held und die parlamentarische Kultur in Bayern 1924-1933“)

PROJEKT

Fragile Demokratie. Regierungspersonal und -techniken in Bayern, 1924-1933.

Im Freistaat Bayern verdichteten sich zwischen 1924 und 1933 mehrere Entwicklungen, die sich in der Weimarer Republik insgesamt beobachten lassen: Es kam zu einer Phase relativer Stabilisierung, hier besonders auffällig durch die personelle Kontinuität innerhalb der Landesregierung angedeutet. Gleichzeitig bildeten Parteien, die sich durch grundsätzliche Ablehnung des Weimarer Parlamentarismus auszeichneten, durchgehend die Regierungskoalition. Nach dem Koalitionsaustritt des Bauernbundes im Juli 1930 regierte das verbleibende rechtskonservative Bündnis aus BVP und DNVP schließlich geschäftsführend weiter; ohne parlamentarische Mehrheit und mithilfe von Notverordnungen. Den scheinbaren Widerspruch aus – gemessen an der Amtsdauer – relativ erfolgreichem Regieren bei gleichzeitiger Opposition der Regierenden zum Weimarer Parlamentarismus möchte ich als Beitrag zur politischen Kulturgeschichte analysieren. Im Fokus meines Dissertationsprojekts steht das Regierungshandeln auf Landesebene in Bayern. Methodisch verknüpft das Projekt Ansätze der historischen Praxeologie mit Michel Foucaults Überlegungen zur Gouvernementalität: Staatlichkeit ist demnach das Ergebnis des widerspruchsvollen Zusammenspiels von Vorstellungen und Praktiken verschiedener gesellschaftlicher Akteur*innen innerhalb eines Machtfeldes. Die Regierenden, ihr Wissen und ihre Handlungsformen sind in diese Prozesse ständiger Staatsbildung eingebunden. Meine Fragestellungen lauten: Wie und wodurch wurde in Bayern im Untersuchungszeitraum regiert? Welche Techniken wandte das Regierungspersonal an und auf welche Ressourcen griff es zurück? Und in einem weiteren Schritt: Welche spezifische politische Kultur generierte die Dynamik der politischen Praxis im demokratisch verfassten Freistaat?

 FINANZIERUNG

Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin