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Johannes Rützel, M.A.

Kontakt

Postadresse:
Historisches Seminar der LMU München
Neuere und Neueste Geschichte
ProMoHist
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München


Weitere Informationen

ZUR PERSON

  • Seit 04/2019 Promotion in Neuerer und Neuester Geschichte
  • 04/2017 – 08/2018 sowie 03/2019 – 09/2019: Wissenschaftliche Hilfskraft am Historischen Seminar der LMU München – Professur Prof. Dr. Martin H. Geyer – DFG-Projekt Hungerstreik. Geschichte der Nahrungsmittelverweigerung als Protestform in den USA. 1880 bis zum Zweiten Weltkrieg
  • 05/2014 – 04/2015: Tutor am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaften der LMU München und Durchführung des „National Model United Nations“-Projektes
  • 04/2012 – 03/2019: Studium der Geschichte, Neueren und Neuesten Geschichte sowie der Politikwissenschaften an der LMU München (Abschluss M.A. Geschichte)

PROJEKT

Ziviler Ungehorsam und gewaltfreier Protest. Mahatma Gandhi in der politischen Kultur Deutschlands im 20. Jahrhundert

Welchen Einfluss hatte die Rezeption Gandhis auf die politische Kultur Deutschlands im 20. Jahrhundert, wie prägte sie Meinungen, Einstellungen und Werte? Wie kamen Gandhis Ideen nach Deutschland? Von wem und warum wurden Gandhis Ideen rezipiert und worin unterschied sich die Rezeption von anderen Ländern? In welchem Bezug stand diese Rezeption zu früheren Formen der Begeisterung für Indien? Der Rückgriff auf Gandhi ebnete nach den Weltkriegen Perspektiven einer gewaltfreien Gesellschaft den Weg. Das staatliche Gewaltmonopol wurde kritisiert und eine Umverteilung staatlicher Souveränität zugunsten des Individuums angestrebt. Dazu werden in dem Projekt politische Dynamiken, politisch-soziale Ideen, gesellschaftliche und mediale Ereignisse, soziale Bewegungen, Gruppen und Netzwerke, individuelle Akteure, transnationale und nationale Rezeptionsprozesse sowie Formen des postkolonialen Orientalismus analysiert. Betrachtet werden veröffentlichte und unveröffentlichte Quellen, Medienberichterstattung, Gerichtsakten, Egodokumente, Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR und die Korrespondenz M.K. Gandhis. Wichtige Ereignisse der deutschen Geschichte werden so mit bislang nahezu unbekannten Episoden verbunden. Dazu gehört das Gandhi-Reception Committee, das im Herbst 1931 den Besuch von Gandhi in Berlin geplant hatte. Nach Kriegsende war der Rückgriff auf Gandhi sowohl bei den Protesten gegen die Wiederbewaffnung als auch bei den Ostermärschen präsent. Die Jahre 1968 und 1969 prägten die Geschichte der Bundesrepublik wie wenige andere. Gleichzeitig waren diese beiden Jahre der Höhepunkt der staatlichen und zivilgesellschaftlichen Gandhi Rezeption. Mit der Gründung der Partei Die Grünen wurden Ideen Gandhis institutionalisiert. In den 1980er Jahren wurde unter Rückgriff auf Gandhi während der Proteste in Mutlangen oder Wackersdorf weiterhin die staatliche Souveränität in Frage gestellt.

FINANZIERUNG

Die Förderung des Dissertationsprojekts ist bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft beantragt.