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Gedig, Max

Max Gedig, M.A.

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Postadresse
Historisches Seminar der LMU München
Neueste und Zeitgeschichte
ProMoHist
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München


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ZUR PERSON

  • 2017: Publikationspreis des Surveillance-Studies-Forschungsnetzwerks für den auf der Masterarbeit basierenden Aufsatz “'Fighting an Invisible Man': Infiltration and its Effects on the Black Panther Party"
  • 2015: Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Taskforce „Kunstfund Schwabing“
  • 2014-2015: Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes
  • 2014: PROSA-Auslandsförderung der LMU für den Studierendenaustausch mit der University of California, Berkeley
  • 2013-2015: Masterstudium der Geschichtswissenschaft an der LMU und der UC Berkeley
  • 2013: AKKU-Nachwuchspreis des Arbeitskreises für kritische Unternehmensgeschichte für die Bachelorarbeit: „Familie als Erfolgsgarant. Siemens in der frühen Unternehmensentwicklung“
  • 2012-2015: Hilfskraft und freier Mitarbeiter beim Siemens Historical Institute sowie beim Drittmittelprojekt: „Thyssen im 20. Jahrhundert - eine Familiengeschichte“, Historisches Seminar, LMU
  • 2010-2013: Bachelorstudium der Geschichtswissenschaft sowie Antike und Orient an der LMU

PROJEKT

Die Bewegung 2. Juni. Radikalisierung und Niedergang einer Gewaltgemeinschaft im Untergrund (1968 bis 1980)

Ziel des Dissertationsprojekts ist die erstmalige historisch-wissenschaftliche Analyse der terroristischen Bewegung 2. Juni und ihrer Vorläuferorganisationen, der Tupamaros München und Berlin. Dieser Strang des deutschen Linksterrorismus wurde bisher von der Forschung weitestgehend vernachlässigt. Konzeptionell sollen die Rückwirkungen von Gewalthandlungen auf Gemeinschaften ebenso wie gruppendynamische Prozesse, die zu Gewalt führen, untersucht werden. Der Gewalt selbst kommt somit grundlegender analytischer Stellenwert bei. Eine zentrale Perspektive der Untersuchung liegt auf der Radikalisierungsphase der Milieus, aus denen die Bewegung 2. Juni schließlich hervorging. Die Forschung beschreibt bisher staatliche Repression als einen Kernfaktor, der ihre Gewaltbereitschaft eskalieren ließ. Das Projekt geht dagegen der Frage nach, ob dieser Erklärungsansatz nicht vielmehr zur Rechtfertigungsstrategie der Gewaltgruppen selbst gehörte. Ebenfalls im Fokus steht die Deradikalisierung der Bewegung 2. Juni. Es gilt zu untersuchen, welche Gründe die Gruppierung veranlassten, ihre Gewaltkampagne zu beenden. Aufmerksamkeit kommt außerdem der sich entwickelnden Binnendynamik zu, nachdem es dem Verfassungsschutz gelungen war, den Informanten Ulrich Schmücker in der Bewegung 2. Juni zu platzieren. Er wurde daraufhin von bis heute Unbekannten ermordet. Neue Konzepte gehen davon aus, dass geheimdienstliche Infiltration die emotionale Struktur einer Gemeinschaft verändert und vor allem Vertrauen zerstört. Die Dissertation möchte diesen Prozess der internen Zersetzung nachzeichnen und die Frage stellen, welchen Einfluss die Infiltration auf die langfristige Entwicklung der Gruppierung hatte. Schließlich sollen die Organisationsform der Bewegung 2. Juni und deren Auswirkungen auf den Gewaltgrad untersucht werden, der im Vergleich zu dem anderer europäischer Terrororganisationen geringer ausfiel.

FINANZIERUNG

Studienstiftung des deutschen Volkes, Bonn

PUBLIKATION

 

  • Transnationale Lernerfahrungen militanter Organisationen am Beispiel der Bewegung 2. Juni. In: Adrian Hänni u.a. (Hg.): Transnationale politische Gewalt. Frankfurt 2019, i.V.
  • "Woke up with Death Every Morning." Surveillance Experiences of Black Panther Activists. In: Susan Flynn/Antonia Mackcy (Hg.): Surveillance, Race, Culture. Cham 2018, S. 267-283.
  • Rez. v. Till Knaudt, Von Revolution zu Befreiung. Studentenbewegung, Antiimperialismus und Terrorismus in Japan (1968- 1975). Frankfurt am Main 2016, in: H-Soz-Kult 11.11.2016.