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Hachmeister, Maren

Maren Hachmeister, M.A.

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Postadresse
Historisches Seminar der LMU München
Neueste und Zeitgeschichte
ProMoHist
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München


Website: Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien

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ZUR PERSON

Seit 04/2014: Assoziierte Doktorandin im Promotionsprogramm ProMoHist der LMU München und Vorarbeiten zum Promotionsprojekt unter Betreuung von Prof. Dr. Martin Schulze-Wessel

03/2014: Master of Arts mit der Arbeit „Gemeinnützige Vereine in der ČSSR“

10/2011-03/2014: Masterstudium im Elitestudiengang Osteuropastudien an der Universität Regensburg mit den Schwerpunktfächern Osteuropäische Geschichte und Rechtswissenschaft

10/2007-09/2011: Bachelorstudium der Europa-Studien an der Technischen Universität Chemnitz, an der Západočeská univerzita v Plzni und der Masaryková univerzita Brno, Tschechische Republik

PROJEKT

Selbstorganisation im Sozialismus: Wohlfahrtsorganisationen in Pilsen und Krakau

Gegenstand meines Dissertationsvorhabens sind Formen der gesellschaftlichen Selbstorganisation im Sozialismus. Ich möchte nachweisen, dass in den kommunistischen Systemen der Tschechoslowakei und Polens zwischen den beiden Extremen – staatliche Massenorganisationen einerseits und oppositioneller Untergrund bzw. Dissenz andererseits – auch weitere Formen der Selbstorganisation vorkamen.

Eine Gegenüberstellung tschechoslowakischer und polnischer Selbstorganisation wird ermitteln, ob es Tendenzen zu einer „typisch ostmitteleuropäischen“ Auslegung von Meinungs- und Vereinigungsfreiheit gab und ob eine vergleichbare „legale Umgehung“ der staatlichen Massenorganisationen in der Tschechoslowakei und in Polen möglich war. Im Zeitraum zwischen der Machtübernahme durch die jeweilige Kommunistische Partei und dem Systemumbruch im Jahr 1989 und den Folgejahren hat es in Ostmitteleuropa immer wieder Einschnitte und politische Kurskorrekturen gegeben. Im Rahmen meiner Dissertation möchte ich nachweisen, dass bestimmte Formen der Selbstorganisation – sofern sie schon bestanden – von politischen Rahmenbedingungen jedoch unberührt blieben. Des Weiteren möchte ich zeigen, dass gerade die widrigen äußeren Bedingungen des Systems (Bevormundung der Zivilgesellschaft durch Parteistrukturen, Niederschlagung von Studenten- und Arbeiterprotesten, eine schlechte wirtschaftliche Lage usw.) einen besonderen Typus von Selbstorganisation provoziert haben.

Bisher wird dieser Zeitraum in der Wissenschaft als Unterbrechung traditioneller zivilgesellschaftlicher Strukturen betrachtet, nicht als Zeitraum kontinuierlichen oder sogar Ursprung gesellschaftlichen Engagements. Ziel der Dissertation ist es, konkrete Kriterien zur Operationalisierung von Selbstorganisation zu erarbeiten, eine räumliche Eingrenzung vorzunehmen und anhand ausgewählter Beispiele aus der Tschechoslowakei und Polen einen Vergleich durchzuführen, der die Rolle gesellschaftlicher Selbstorganisation im Sozialismus sichtbar macht.

FINANZIERUNG

Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, getragen von der LMU München und der Universität Regensburg, mit Finanzierung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)